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Interdisziplinäres Forum der Bundesärztekammer

Individualisierte Medizin – kein Allheilmittel, aber Forschungsbereich mit Potential

Die sogenannte „individualisierte Medizin“ ist durch rasante Fortschritte in der Molekulargenetik zu einem regelrechten Modethema geworden. Dabei steht individualisierte oder auch personalisierte Medizin für den Ansatz, mit Hilfe genetischer Marker, sogenannter Biomarker, und anderer Diagnostik zu ermöglichen, dass der individuelle Patient das richtige Arzneimittel in angemessener Dosierung zum richtigen Zeitpunkt erhält. Bereits vor der Anwendung eines Arzneimittels wird geprüft, ob es für den Einzelnen überhaupt geeignet ist. Fachleute warnen aber vor übersteigerten Erwartungen an die bislang zur Verfügung stehenden Wirkstoffe. Insbesondere in der Krebstherapie sei die Bezeichnung personalisierte Medizin bedenklich. „Vieles, was unter diesem Begriff subsumiert wird, klingt zwar attraktiv, ist aber durch klinische Studien wenig oder gar nicht belegt", sagte der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, bei einem Symposium der AkdÄ im Rahmen des 36. Interdisziplinären Forums der Bundesärztekammer in Berlin.

Individualisierte Medizin – kein Allheilmittel, aber Forschungsbereich mit Potential

Interdisziplinäres Forum der Bundesärztekammer

Mehr Studien über Wirkung von Alternativmedizin notwendig

Es ist verständlich, dass sich Krebskranke aus Angst vor Radikaloperationen, Chemotherapie und Strahlentherapie nach Alternativen umsehen. „Aber die Ablehnung effektiver Therapien zu Gunsten von pseudomedizinischen Methoden ohne Wirksamkeitsnachweis kann neben psychischer oder finanzieller Ausbeutung gerade im Bereich der Onkologie unter Umständen sogar zum Tod führen“, warnte Prof. Dr. Karsten Münstedt, Oberarzt am Universitätsklinikum Gießen und Marburg, auf dem 36. Interdisziplinären Forum „Fortschritt und Fortbildung in der Medizin“  der Bundesärztekammer.

Mehr Studien über Wirkung von Alternativmedizin notwendig

Interdisziplinäres Forum der Bundesärztekammer

Menschen mit Behinderung: Fachleute warnen vor Versorgungslücken

 Die Behandlung gesundheitlicher Probleme von Erwachsenen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung stellt noch immer eine besondere Herausforderung für Ärztinnen und Ärzte dar. Besonders beim Übergang von der Kinder- und Jugendmedizin in die Erwachsenenbehandlung tut sich eine beträchtliche Versorgungslücke auf. „Dieses Defizit ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Medizinstudium, Weiterbildung sowie die große Palette ärztlicher Fortbildungen auf diesem Teilgebiet kaum spezialisierte Inhalte bereitstellen“, erklärte Dr. Peter Martin, Chefarzt der Séguin-Klinik für Menschen mit schwerer geistiger Behinderung in Kork, auf dem 36. Interdisziplinären Forum „Fortschritt und Fortbildung in der Medizin“ in Berlin.

Menschen mit Behinderung: Fachleute warnen vor Versorgungslücken

Interdisziplinäres Forum der Bundesärztekammer

Wenn die Seele nicht vergessen kann

Nach dem Schock folgt oft das jahrelange Trauma – Opfer von Unfällen oder Gewaltverbrechen wie Überfälle, Vergewaltigung, Kriegserlebnisse oder Terroranschläge leiden mitunter jahrelang an den Spätfolgen des erlebten Traumas. Dabei sind die sogenannten posttraumatischen Belastungsstörungen mittlerweile gut behandelbar. Präventive Maßnahmen bzw. eine therapeutische Akut- und Langzeitbehandlung könnten Leiden verhindern oder lindern, wie Experten auf dem 36. Interdisziplinären Forum „Fortschritt und Fortbildung in der Medizin“ der Bundesärztekammer in Berlin berichteten.

Wenn die Seele nicht vergessen kann

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BÄK-Vize Kaplan: „Fortbildung ist gelebter Patientenschutz“

„Für uns Ärzte ist es eine Selbstverständlichkeit, uns mit Fortbildung fachlich fit zu halten und den ständigen Austausch mit Kollegen zu pflegen. Auf Fachsymposien, in E-Learning-Kursen oder in  Qualitätszirkeln erweitern wir fortwährend unser Wissen. Das ist gelebter Patientenschutz und darauf lohnt es sich, in Zeiten politischer Debatten über die Patientenrechte in Deutschland deutlich hinzuweisen.“ Das betont der Vize-Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Dr. Max Kaplan, anlässlich des morgen beginnenden 36. Interdisziplinären Forums, dem zentralen Fortbildungskongress der BÄK, in Berlin. Ohne regelmäßige Fortbildung sei sinnvolle ärztliche Tätigkeit bei der rasanten Entwicklung der Medizin gar nicht vorstellbar. „Ärzte müssen nicht nur im eigenen Fach, sondern auch in benachbarten Disziplinen den Stand der Wissenschaft im Blick behalten. Das erklärt auch das enorme Interesse der Fortbildungsbeauftragten der Ärztekammern an dem fächerübergreifend ausgerichteten Fortbildungskongress der Bundesärztekammer“, sagt Kaplan, der auch Vorsitzender des Deutschen Senats für ärztliche Fortbildung der BÄK ist.

BÄK-Vize Kaplan: „Fortbildung ist gelebter Patientenschutz“

Pflegereform

Kaplan: Innovative Versorgungskonzepte von Ärzten und Pflegenden fördern

Der Vize-Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Max Kaplan, hat eine angemessene Finanzausstattung für die Pflege in Deutschland gefordert. Finanziell nachhaltig sei der vorgelegte Entwurf  für die Pflegereform wahrscheinlich nicht. „Den Beitragssatz um 0,1 Prozentpunkte anzuheben,  bringt 1,1 Milliarden Euro im Jahr. Das wird nur vier weitere Jahre reichen“, sagte Kaplan in einem Interview mit der Ärztezeitung (27.01.2012). In einer Gesellschaft des längeren Lebens gehe es darum, menschenwürdig alt werden zu können. „Was mich ärgert, ist, dass man die Berufsgruppen dafür in Vorleistung treten lässt“, sagte Kaplan.

Kaplan: Innovative Versorgungskonzepte von Ärzten und Pflegenden fördern

Individuelle Gesundheitsleistungen

Statement von Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, zum Thema Individuelle Gesundheitsleistungen

„Die Möglichkeiten der modernen Medizin wachsen stetig, und ebenso steigt die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen. Die Ressourcen der Gesetzlichen Krankenversicherung werden dagegen immer knapper, so dass deren Leistungsgrenzen deutlich zu Tage treten. Zum Spektrum Individueller Gesundheitsleistungen (IGeL) gehören deshalb heute auch Behandlungsmethoden, wie zum Beispiel Sportuntersuchungen, Schulatteste oder Reiseimpfungen, die aus der Erstattungspflicht der Krankenkassen herausgenommen wurden, im Einzelfall jedoch sinnvoll sein können und von den Patienten gezielt nachgefragt werden. Das verschweigen die Krankenkassen aber gerne, wenn Sie, wie bei der heutigen Vorstellung des sogenannten IGeL-Monitors Ärzten unterstellen, dass es ihnen beim Einsatz Individueller Gesundheitsleistungen (IGeL) vorrangig um wirtschaftliche Interessen gehe.

Statement von Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, zum Thema Individuelle Gesundheitsleistungen

Cannabis

Aufklärung und Drogenprävention statt Legalisierung

„Aufklärung und Drogenprävention statt Freigabe von Cannabis“, forderte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Frank Ulrich Montgomery. Der Antrag  der Linken im Gesundheitsausschuss des Bundestages, den Anbau und den Konsum über sogenannte Cannabis-Clubs zu legalisieren, widerspreche einem wirksamen Gesundheitsschutz. Der Drogenkonsum könne zu massiven akuten wie auch chronisch gesundheitlichen Schädigungen führen. „Eine Legalisierung dieser Einstiegsdroge kann die schädliche Entwicklung noch fördern“, sagte Montgomery.  Nach aktuellen Zahlen betreiben etwa 600 000 Personen in Deutschland Cannabis-Missbrauch oder sind von Cannabis abhängig.

 Aufklärung und Drogenprävention statt Legalisierung

Pflegereform

BÄK begrüßt geplante Unterstützung von Heimärzten

Als längst überfällig hat der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Dr. Frank Ulrich Montgomery, die geplante Förderung der heimärztlichen Versorgung im Rahmen der Pflegereform bezeichnet. „Es gibt zwar keine generelle ärztliche Unterversorgung von Heimpatienten, nicht zuletzt wegen der enormen Arbeitsbelastung der niedergelassenen Ärzte gibt es aber erheblichen Verbesserungsbedarf“, sagte der BÄK-Präsident.

BÄK begrüßt geplante Unterstützung von Heimärzten

Wahl

Dr. Heidrun Gitter ist neue Präsidentin der Ärztekammer Bremen

In ihrer konstituierenden Sitzung wählten die Delegierten der Ärztekammer Bremen die bisherige Vizepräsidentin Dr. Heidrun Gitter zur neuen Präsidentin der Ärztekammer Bremen. Gitter erhielt im ersten Wahlgang 26 der 29 Stimmen. Sie löst Dr. Klaus-Dieter Wurche ab, der seit 2004 Kammerpräsident war und nicht mehr zur Wahl antrat.

Dr. Heidrun Gitter ist neue Präsidentin der Ärztekammer Bremen

Organspende

Montgomery: Folgen von Lebendspende absichern

Der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat Pläne der Bundesregierung begrüßt, die Bereitschaft zur Lebendspende von Organen zu erhöhen. „Wir müssen alles dafür tun, dass nicht auch diejenigen in eine Notlage geraten, die selbstlos Organe spenden, um das Leben anderer zu retten“, sagte Montgomery. Wer Lebendspende fördern will, müsse auch die möglichen Folgen beim Lebendspender absichern. Das sei heute nicht ausreichend der Fall. „Über die unmittelbare medizinische Nachsorge hinaus bestehen Lücken in der versicherungsrechtlichen Absicherung von Lebendorganspendern. Die vorgesehenen Änderungen des Transplantationsgesetzes tragen zu einer besseren Absicherung der mittelbaren Gesundheitsrisiken des Lebendorganspenders bei“, so der BÄK-Präsident.

Montgomery: Folgen von Lebendspende absichern

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