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Legale und illegale Drogen: Grundlegende Informationen

Legale Drogen (Tabak, Alkohol, Medikamente)

In Deutschland gibt es 9,3 Millionen Menschen mit riskantem Alkoholkonsum, hierunter 2,7 Millionen mit einem schädlichen Alkoholgebrauch und 1,7 Millionen Alkoholabhängige. Etwa 1,5 Millionen Menschen leiden an einer Medikamentenabhängigkeit (größte Teilgruppe: Frauen in der 2. Lebenshälfte), 150 000 sind abhängig von so genannten harten Drogen. Nach den Ergebnissen des Mikrozensus von 1999 sind 34,7 % der männlichen Bevölkerung über 15 Jahren Raucher, bei den Frauen beträgt der Anteil 22,2 %. Vor allem bei Jugendlichen ist eine Zunahme des Zigarettenkonsums festzustellen: 34 % der 18 bis 59-jährigen Männer sind Raucher. Nach jahrelangem Rückgang nimmt der Zigarettenkonsum inzwischen wieder zu - besonders bei Jugendlichen.

Sowohl die Häufigkeit und die Verteilung als auch die medizinische Versorgung von Medikamentenabhängigkeit ist weitgehend nicht erfasst und bedarf dringend stärkerer Beachtung.

Neben dem Verhalten und den Dispositionen des einzelnen sind weitere Einflussfaktoren ausschlaggebend für den Suchtmittelgebrauch: die soziale Schichtzugehörigkeit, der Freundeskreis - bei Jugendlichen insbesondere die Gleichaltrigengruppen - , die Werbung und die Zugriffsmöglichkeiten (Automatenverkauf, Höhe des Verkaufspreises, Abgabebeschränkungen).

Die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen des Suchtmittelgebrauchs sind schwer abschätzbar. So werden über 140 000 Todesfälle pro Jahr auf das Rauchen zurückgeführt. Ca. 42 000 Menschen sterben jährlich infolge ihres Alkoholkonsums. Es wird geschätzt, dass der Alkoholkonsum aufgrund seiner gesundheitsschädigenden Wirkung gesellschaftliche Kosten in Höhe von insgesamt ca. 40 Mrd. DM verursacht (Daten von 1995). Davon entstehen 15,4 Mrd. DM durch die direkten Krankheitsbehandlungskosten Hinzuzurechnen sind weitere 24 Mrd. DM, die durch vorzeitige Mortalität, Frühberentungen und Arbeitsunfähigkeiten verursacht werden.

Nicht unerwähnt bleiben sollen in diesem Kontext die direkten wirtschaftlichen Vorteile für den Bundeshaushalt am Umsatz legaler Suchtmittel. So betrugen z. B. die Tabaksteuereinnahmen 2001 12,1 Milliarden Euro (+ 5,5 % gegenüber 2000). Die Einnahmen aus alkoholbezogenen Steuern erbrachten 2001 3,4 Milliarden Euro (- 1,3 gegenüber 2000). Zurzeit ist eine weiter Erhöhung der Tabaksteuer in 3 Stufen geplant.

Auf dem 106. Deutschen Ärztetag 2003 hat sich die Deutsche Ärzteschaft für ein umfassendes Tabakwerbeverbot ausgesprochen und die Inhalte des Tabakrahmenkontrollabkommens der WHO unterstützt. Insbesondere durch Tabakwerbeverbote und höhere Preise für Tabakprodukte lässt sich nachweislich die Zahl jugendlicher Raucher verringern.

Die Bundesärztekammer unterstützt deshalb auch das Raucherausstiegsprogramm für Jugendliche und junge Erwachsene "Just be smokefree", das vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung Kiel (IFT-Nord) gemeinsam mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) entwickelt wurde.

Illegale Drogen

Mindestens 1 800 Menschen starben 2001 an den Folgen des Konsums von Heroin und anderen Rauschgiften. Die Häufigkeit von Hepatitis C-Infektionen bei intravenös Drogenabhängigen wird in Deutschland mit 63 % bis 95 % angegeben.

Die Bundesärztekammer hat am 22. März 2002 "Richtlinien zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opiatabhängiger" verabschiedet, (s. Deutsches Ärzteblatt vom 24. September 2002) Damit ist auch eine Substitution solcher Opiatabhängiger möglich geworden, die keine Begleiterkrankung aufweisen. Inzwischen wurden die BUB-Richtlinien für den Bereich der kassenärztlichen Versorgung Opiatabhängiger entsprechend angepasst.

Es mangelt jedoch weiterhin an ausreichenden Möglichkeiten zur psychosozialen Begleitung substituierter Opiatabhängiger. Gegenwärtig stehen bundesweit ca. 50.000 mit Methadon substituierten Drogenabhängigen nur 483 Fachkräfte für die psychosoziale Betreuung (entspricht 104 Substituierten pro Fachkraft!) gegenüber.

Die Bundesärztekammer begleitet zudem das derzeit laufende Modellprojekts zur heroingestützten Behandlung Opiatabhängiger. An sieben Standorten wird untersucht, ob über die kontrollierte Vergabe von Diacetylmorphin (Heroin) auch solche Opiatabhängige erreicht werden können, die bislang nicht therapiert wurden. Zweite Zielgruppe des Modellprojektes sind substituierte Patienten, bei denen bislang durch die Substitution mit Methadon nur schlechte Erfolge erzielt werden konnten. Bei ihnen soll geprüft werden, ob sich über eine kontrollierte Gabe von Diacetylmorphin bessere Therapieergebnisse erzielen lassen.

Voraussetzung für die ärztlich kontrollierte Vergabe von Originalstoffen im Rahmen der dargestellten wissenschaftlichen Forschung sind:

  • Langjährige chronifizierte Opiatabhängigkeit
  • Abbruch mehrerer Therapieversuche
  • Akute Gefahr gesundheitlicher Schäden und sozialer Verelendung
  • Begleitende Forschung zur Beurteilung des Therapieverlaufs und des Therapieerfolgs
  • bei Gefährdung der Therapieziele durch Beigebrauch von Suchtmittel-Maßnahmen zur Verhinderung des Beigebrauchs.

In das Modellprojekt ist ein multiprofessioneller Behandlungsansatz integriert, der eine umfassende psychosoziale Betreuung und Begleitung der Patienten beinhaltet.

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